Was Ihr über den RIDER 3.0 wissen müsst

Unser RIDER 3.0 hat den OutDoor Industry Award in Gold gewonnen. Über unser fortschrittliches Klettersteigset haben wir mit unserem Produktentwickler Robert Krüger gesprochen. Er erklärt, was den RIDER 3.0 so sicher macht und wie Ihr ihn bedient.

 

Frage: Robert, die Jury des OutDoor Industry Awards sieht im RIDER 3.0 einen wichtigen Fortschritt bei der Sicherheit am Klettersteig. Warum hebt er sich von anderen Lösungen ab?

Die Sturzstrecke verringert sich beim RIDER 3.0 signifikant.

Robert Krüger: Das hat zwei Gründe. Zum einen liegt es an der signifikanten Verkürzung der Sturzstrecke, zum anderen an einer leichten und komfortablen Bedienung. Was den RIDER 3.0 besonders macht, ist eine integrierte Seilklemme. Durch die Klemmfunktion wird die Sturzstrecke im Klettersteig deutlich reduziert. Bei einem konventionellen Klettersteigset kann die Sturzstrecke im schlimmsten Fall 9,60 Meter betragen, beim RIDER liegt diese bei 3,80 Meter. Das sind 60 Prozent weniger. Je länger ein Sturz desto größer ist auch die Energie, die auf den Kletterer, das Material und die Steiganlage einwirkt. Bei einer geringeren Fallhöhe besteht für den Kletterer ein geringeres Risiko, sich beim Anschlagen an die Wand oder Teile des Klettersteiges schwer zu verletzen. Der RIDER verkürzt also diese mögliche Fallstrecke und kann dadurch – bei korrekter Anwendung – helfen, einen schwereren Sturz sowie Verletzungen zu verhindern.

 

Frage: Und warum ist er so leicht zu bedienen?

 Robert Krüger: Der RIDER wird wie ein Karabiner beim Klettersteiggehen mitgeführt. Anders als der Karabiner bleibt der RIDER durch den Klemm-Mechanismus allerdings immer auf der Höhe, auf die er geführt wird. Dadurch ist das Begehen von Klettersteigen viel komfortabler – und unter Umständen auch schneller. Denn Du musst Dich beim Umhängen beispielsweise nicht mehr nach dem zweiten Karabiner mit Lastarm bücken, der Dir nach unten „abgehauen“ ist.

 

Frage: Wie muss ich den RIDER überhaupt bedienen?

Mit einer Hand zu greifen, leicht zu öffnen.

Robert Krüger: Der RIDER wird ähnlich wie ein Klettersteig-Karabiner oder Handballen-Öffnungsmechanismus bedient. Du kannst das Gerät mit der ganzen Hand greifen und durch Druck auf die Seiten öffnen. Dieses Prinzip ist einfach und sehr ergonomisch. Das Gerät hat den Vorteil, dass es auch von weniger geübten Anwendern und natürlich auch mit Klettersteig-Handschuhen bedient werden kann. Den RIDER setzt Du dann auf das Drahtseil und führst ihn wie einen Karabiner mit Dir – nur mit dem großen Vorteil, dass der RIDER immer auf der Höhe bleibt und nicht wie ein Karabiner nach unten durchrutschen kann.

Wichtig ist außerdem, dass der RIDER immer oberhalb des Karabiners geführt wird. So kann er im Sturzfall nicht vom herabsausenden Karabiner beschädigt werden. Bei der Benutzung des RIDERS muss auf die korrekte Laufrichtung und die richtige Reihenfolge beim Umhängen geachtet werden.

 

Der RIDER sollte immer oberhalb des Karabiners geführt werden.

 

Frage: Was muss ich ansonsten noch beachten, wenn ich den RIDER verwende?

Eine Markierung zeigt an, wie der RIDER auf das Drahtseil zu setzen ist.

Robert Krüger: Du musst den RIDER in die richtige Laufrichtung auf dem Drahtseil einhängen, damit die Klemme des Geräts auch wirkt. Wie das geht, zeigt eine Markierung an, die sich auf der Oberfläche des RIDERs befindet. Der Pfeil muss beim Bergauf- und Bergabgehen immer nach oben zeigen. Nur dann ist er korrekt auf dem Drahtseil befestigt.

 

Frage: Du hast auch über das Umhängen gesprochen. Worauf kommt es dabei an?

Robert Krüger: Auf die richtige Reihenfolge! Um den Schutz des RIDERs zu gewährleisten, muss man beim Umhängen auf dem Klettersteig darauf achten, dass bergauf immer zuerst der Karabiner umgehängt wird. Denn wenn der Kletterer beim Umhängen stürzen sollte, fällt er in den RIDER und in vollem Umfang geschützt. Bei einem Sturz dagegen, bei dem der RIDER nicht im Drahtseil fixiert ist, stürzt der Kletterer die volle Strecke bis zur nächsten Drahtseilverankerung in den Karabiner. Bergab muss immer erst der RIDER und dann der Karabiner umgehängt werden.

Das ist die richtige Reihenfolge beim Umhängen: Zuerst wird der Karabiner umgehängt, dann der RIDER.

 

Frage: Kann ich den RIDER auf jedem Klettersteig verwenden?

Robert Krüger: Der RIDER ist für alle Klettersteige mit einem Drahtseildurchmesser von 12 bis 16 mm geeignet. Dadurch sind 90 bis 95 Prozent aller Klettersteige in Europa abgedeckt. Es gibt allerdings Steige, bei denen dünnere und dickere Drahtseile, teilweise sogar Ketten verbaut wurden.

 

Frage Wie kann ich den Durchmesser des Drahtseils bestimmen?

Robert Krüger: Um den Durchmesser des Drahtseils zu bestimmen wird der RIDER mit einer Lehre, dem „Cable Guy“ ausgeliefert. Mit deren Hilfe ist es sehr einfach ist, den Drahtseildurchmesser zu bestimmen.

 

Mit einer Lehre lässt sich der Drahtseildurchmesser bestimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Frage: Und wie kann ich Klettersteige begehen, die keinen Drahtseildurchmesser zwischen 12 und 16 mm haben?

Robert Krüger: Indem Du einen Karabiner in den RIDER einhängst und ihn wie ein konventionelles Klettersteigset verwendest. Auch für Passagen, in denen etwa eine Kette verbaut wurde, kann diese Option genutzt werden.

Am besten verwendest Du hierzu einen Twistlock-Karabiner. Der kann mit einer Hand einfach bedient werden. Du musst allerdings darauf achten, dass die Karabineröffnung vom Kabel oder vom Felsen weg zeigt.

Mit Twistlock-Karabiner ist der RIDER auch für dünnere oder dickere Drahtseile und Ketten geeignet.

 

Robert, vielen Dank für die ausführlichen Antworten rund um unseren RIDER 3.0.

Mehr zur Anwendung unseres Klettersteigsets könnt Ihr hier im Video sehen:

← Vorheriger Beitrag

2 Kommentare

  1. Patrick Langner

    Schade das man an diesem schönen Klettersteig-Set sich nicht auch an den anderen führenden Top Produkten orientiert hat.
    Ein verbundenes Verdrehschutz-System (Wirbel / Swivel), wenn man beim Steig die richtige Reihenfolge des Umhängen umsetzt, also zuerst Karabiner dann der RIDER, hätte dem Produkt noch das Sahnehäubchen aufgesetzt.
    Wie man auch im Produktvideo bei 1:33 für Bergauf & bei 2:09 für das Bergab ersehen kann, muss die Person, bspw. den Karabiner umständlich unter der Schlaufe des Riders hindurchführen.
    Man muss bedenken, dass man in einem Klettersteig, nicht immer so lässig wie in dem Video, mal eben so locker neben dem Führungskabel stehen kann & teilweise alles nur mit einer Hand umsetzen muss.
    In schwierigen Passagen ist es dann oft nicht einfach möglich über/oder unter die andere Sicherungsschlaufe zu sichern, was dann zwangsläufig zu einem verdrillen führen wird.
    Hier hätte ich mir Lösungen wie bei;
    Petzl Scorpio Eashook Klettersteigset mit Swivel
    oder dem
    Camp Kinetic Gyro Rewind Pro Via Ferrata
    gewünscht.
    Beide haben Drehlagerungen (Wirbel / Swivel) die ein Verdrehen der Sicherungsbänder zumindest einigermaßen entgegenwirken.
    Bei dem Preis hätte man dies auch noch zusätzlich & problemlos in die Schlaufen vernähen können.
    (Bspw. durch solche https://www.seilzugangstechnik.de/Industrieklettern-Rettung/Wirbel-Swivel:::123_176.html)
    Auch finde ich das Einhängen eines Karabiners, bei einer Kettenführung zwar gut gelöst, aber wenn es längere Passagen zu meistern gibt, würde man doch auch hier gerne auf ein bspw. dem Rider annähernd das Wasser reichendem Klettersteigkarabiner, der in der Handhabung einfach sehr viel einfacher ist, zurückgreifen. Stattdessen nutzt man hier, als Bsp. einen normalen Twisterkarabiner…?
    Da hat man so eine schöne Lösung mit dem Rider & verweist dann bei Ketten oder (kleinere/größere) Stahlseile auf einen Twisterkarabiner anstatt zumindest auch hier annähernd einen mittlerweile gängigen Klettersteigkarabiner zu nutzen.
    Das ist wie das „mini“ Notrad beim Auto. Nur zur Überbrückung auf dem Weg zur Garage. Oder wie wenn man an einem Ferrari eine Anhängerkupplung montieren würde… 😉
    Ist die Strecke (mit Kettenführung mal etwas länger (keine Not-Überbrückung) so wirkt der Rider an dem Twisterkarabiner, wie ein Klotz.
    Möchte man dennoch auf ein Klettersteigkarabiner (bspw. Salewa Attac G3 Carabiner 2019) zurückgreifen müsste man diesen wahrscheinlich mit einem Schraubenglied verbinden.
    Irgendwie wäre das nicht das Gelbe vom Ei.

    Fazit, schönes Teil, jedoch noch Verbesserungswürdig.

  2. SKYLOTEC

    Hallo Patrick,

    vielen Dank für dein ausführliches Feedback und deine konkreten Verbesserungsvorschläge.

    Der RIDER 3.0 steht für Sicherheit. Der Vorteil an einem Verdrehschutz-System ist das Ausdrehen der Flexarme. Der große Nachteil daran ist die Anfälligkeit des Systems. Der RIDER 3.0 hätte dadurch eine Schwachstelle, die durch richtige Handhabung beim Bedienen der Karabinerarme hinfällig ist. Der wesentliche Punkt, der gegen einen Swivel an den Flexarmen spricht, ist der Verlust der Kurzschlusssicherheit des Sets. Dies ist aber Stand der Technik, da auch bei einer möglichen Fehlanwendung der Bandfalldämpfer in jedem Fall komplett ausgelöst werden kann. Dies stellt gerade für ungeübte Klettersteiggeher einen großen Sicherheitsvorteil dar.

    Ein zusätzlicher Karabiner an der Stahlseilklemme des RIDERS 3.0 ist tatsächlich nur eine Notlösung. Da Ketten in Klettersteigen nur sehr selten vorkommen, ist der Sicherheitsvorteil des RIDERS 3.0 gegenüber anderen Klettersteigsets trotzdem nicht aufzuwiegen. Im restlichen Klettersteig werden durch den RIDER 3.0 ein komfortableres Gehen und vor allem mehr Sicherheit garantiert. Mit dem Double-O Twist Karabiner ist eine leichte Handhabung für Links- und Rechtshändler gegeben. Er lässt sich einfach in beide Richtungen öffnen und ist so ideal für Kettenpassagen.

    Der Hauptvorteil des RIDERS 3.0 ist der um mehr als die Hälfte verkürzte Bremsweg im Vergleich zu einem konventionellen Klettersteigset. Dieses Plus an Sicherheit macht ihn zum führenden Top-Produkt.

    Wir freuen uns über konstruktive Kritik und wünschen dir eine schöne und unfallfreie Klettersteigsaison!

    Viele Grüße
    Dein SKYLOTEC Team

Schreibe einen Kommentar