Unser Trainer Christian Werner war für das Vertical Rescue College zu einer Schulung in Pakistan unterwegs. Seine Eindrücke hat er in einem persönlichen Bericht zusammengefasst.

Mediale Berichte über religiösen Extremismus, Warnungen des Auswärtigen Amtes – mit gemischten Gefühlen habe ich meine erste Reise nach Pakistan angetreten. Ich habe jedoch sehr schnell gemerkt, dass die Medien in manchen Fällen nicht sachlich genug berichtet haben. Richtig aber ist: Pakistan ist eine andere Welt und eine große Umstellung für uns als Europäer. Die fehlende Struktur im öffentlichen Leben fällt auf. Man bekommt aber nicht den Eindruck, dass es unsicher ist. Im Gegenteil: Es wird eine Menge unternommen, um gerade ausländischen Arbeitskräften das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Christian Werner (vorne) und Kollegen schulten in Pakistan.

Was mir auf jeden Fall stets in Erinnerung bleiben wird, sind der Verkehr und das Wetter. Im Winter bis zu 45 Grad im Schatten sind nicht ohne. Kühe, geisterfahrende Fahrradfahrer, extrem überladene und sehr bunte LKW sind nur einige der vielen Überraschungen auf der Autobahn. Ich hatte noch angenommen, den fehlenden Schlaf aus dem Flugzeug während des zweistündigen Transfers im Auto nachholen zu können. Doch da wurde ich auf den fast ausschließlich unbefestigten Straßen schnell eines Besseren belehrt. Die Pakistanis sind ein extrem gastfreundliches Volk, sehr nett und aufgeschlossen und beim Vergleich unser beider Kulturen hatte ich die Woche über eine Menge Spaß.

Die Trainer erklären die Ausrüstung.

Im Fokus: Steigen und Retten.

Beruflich hat die Reise meine Trainerkollegen und mich in den Windpark Jhampir mit insgesamt über 30 Anlagen geführt. Im Süden des Landes haben wir die Pakistanis im Grundkurs Windenergie „Steigen und Retten“ geschult. Der Windpark ist bisher einmalig in Pakistan und der Aufbau der Windenergie eher ein Pilotprojekt – und das mitten in der Wüste. Man bekommt den Eindruck, dass es im Bereich der Windenergie eine Menge Potenzial gibt. Generell ist die Nachfrage sehr hoch und der Betreiber plant bereits den Ausbau der Windparks Jhampir und den Aufbau von weiteren Parks. Dass es zukunftsweisend für Pakistan ist, habe ich erst recht bemerkt, als sich dann auch noch kurzfristig der deutsche Botschafter mit Sitz in Islamabad angekündigt hat. Wir hatten jedoch nicht allzu viel Kontakt zu ihm, da wir mit dem Training beschäftigt waren.

Im Windpark Jhampir stehen über 30 Anlagen mitten in der Wüste.

Mein Fazit: Ich hatte echt viel Spaß und war von Land und Leuten sehr positiv überrascht. Man kann das Projekt ein wenig mit Offshore vergleichen, eben nur in der Wüste Pakistans.