In Italien und Frankreich konnte Patricia Lihs keine Routen an ihrem Limit klettern. Das hat sich in Österreich geändert – zwar ging es in ein anderes Terrain, aber was sie bei ihrer nächsten Tour dann erlebt hat, wog alles wieder auf: Lest im zweiten Teil ihrer Reise-Story was dann doch zu einem breiten Grinsen im Gesicht beigetragen hat.

Nach den wenig erfolgreichen Aufenthalten in Italien und Frankreich habe ich mich für eine alpine Hochtour entschieden. Ein Ziel stand schnell fest: Die Fußstein-Nordkante sollte es sein! Die Fußstein-Nordkante gehört zu den ganz großen alpinen Klassikern in Österreich! In wilder Umgebung des Valserkessels zieht die markante Kante hinter der Geraer Hütte empor zum 3.380 Meter hohen Gipfel des Fußsteins. Trotz der Sanierung der Stände bleibt es eine hochalpine Kletterei, die viel Erfahrung in Wegfindung und brüchigem Blockgelände erfordert. Leider ist der Steinschlag in der Route das Hauptproblem. Auch der Abstieg ist akut dem Steinschlag ausgesetzt. Für den Zustieg sind Eispickel und Steigeisen unbedingt erforderlich. Es muss ein spaltenreicher Gletscher überquert werden, und der Übergang zum Fels kann heikel sein.


Zweiter Teil der Sommertour: Alpines Klettern in Österreich.

Nach der unglücklichen Geschichte mit meinem Auto hatte ich wieder Lust auf Fels-Abenteuer. Also ging es an einem Freitag mit frisch repariertem Auto nach Hause, um dort die benötigten Sachen zu packen. Am nächsten Tag sollte es schon in Richtung Brenner gehen. Als wir nach Zustieg, Hüttenübernachtung, anstrengendem Zustieg und toller Kletterei endlich am Gipfel standen, war ich einfach nur überwältigt. Die Aussicht auf die umliegenden Berge und die Einsamkeit auf dem Gipfel waren einfach herrlich. Trotz diverser Strapazen, die im hochalpinen Gelände dazugehören, war die Stimmung hervorragend, als wir nach einem Zwölf-Stunden-Tag endlich wieder in der Hütte eintrafen. Zusammengefasst: Es war ein atemberaubendes Erlebnis!


Pause mit Aussicht.


Überwältigender Ausblick: Patricia Lihs genießt die Einsamkeit auf dem Gipfel.

Am nächsten Tag ging es für mich aber auch schon wieder weiter. Ziel war diesmal erst Arco und anschließend dann das Ötztal. Deshalb holte mich ein Trainerkollege mit der Sportkletterjugend des DAV Landshut im Schlepptau am Brenner ab. In den folgenden zehn Tagen standen leistungsorientiertes Sportklettern und ein Mehrseillängenkurs auf dem Programm. Wie die vorherigen Wochen, verging auch diese Zeit wie im Flug. Die Teenager konnten durch das viele Klettern ihre Felserfahrung massiv ausbauen und kletterten am Monte Colt dann auch erfolgreich ihre erste Mehrseillänge mit neun Seillängen. Nach fünf schönen Tagen im warmen Arco ging es weiter ins kühlere Ötztal zum Granitklettern. Die Jugendlichen hatten unheimlich viel Spaß und auch schon erste Erfolge im Granit. Die Mehrseillängenerfahrung konnten wir auch weiter ausbauen.

Nach sechs Wochen Ferien ging es für mich Mitte September dann wieder nach Hause. Trotz der vielen Auf und Abs war ich zum Schluss sehr zufrieden und glücklich, so viel erlebt zu haben. Der Fels hat mich schon bald wieder, ganz sicher. Ich möchte wieder mal nach Franken, wo noch das eine oder andere Projekt wartet.